Chilling in Chile

Okay, whaaat? Ich stehe hier im Bus, wie der letzte Gringo in meinen Salewa-Trekking-Schuhen, blondem Haar, mit Sonnenbrille und im Billabong-Outfit – spricht mich das Pärchen vor mir doch glatt an und fragt mich nach dem Weg. Mich?? Ich scheine ja die totale, allwissende Aura auszustrahlen. Oder aber ich sehe doch chilenisch aus. Dabei weiß ich selber gerade nicht, wo ich eigentlich genau aussteigen muss… Ich befinde mich in Santiago de Chile und die sechs Millionen Einwohner Stadt ist wirklich verdammt groß. Hier muss man sich erstmal orientieren können. Doch was mache ich hier und was ist eigentlich seit Bolivien passiert?

Im Anschluss an meinen sensationellen Dreitagestrip durch die Uyuni Salzwüste bringt uns der Jeep an die chilenische Grenze. Von hier aus geht es in etwa einer Stunde zur angrenzenden Atacama-Wüste, die einen extrem großen Teil der Landesnordspitze abdeckt und ein eindrucksvolles Setting an den Tag legt. Ich bin baff, und das obwohl ich doch gerade schon mit wahnsinns Eindrücken überschwemmt wurde!

San Pedro de Atacama heißt heute das Ziel und ich treffe im Bus dorthin zum gefühlten dreißigsten Mal ein brasilianisches Pärchen (das eine ähnliche Tour gemacht hat), das ebenso planlos aus dem Bus aussteigt und sich nach einem Hostel umschaut. Wir suchen gemeinsam und finden in dem kleinen Ortsinneren schnell ein passendes Objekt. Von hier aus startet man die Tagestouren zu verschiedenen Lagunen, ins Planetarium oder zu den höchtgelegenen Geysieren der Welt.

Nach all dem Hustle in den vergangenen Tagen beschließe ich einen Tag Pause einzulegen und mir dann am nächsten Tag das volle Programm zu geben: morgens zu den wahnsinnig eindrucksvollen Geysieren, mittags zu den salzhaltigen Lagunen, auf denen man sich buchstäblich super treiben lassen kann und nachts ins Planetarium/Observatorium (eigentlich nur auf eine große Dachterasse):

Ich will euch ja nicht wieder mit Geysieren nerven, aber das ist schon ziemlich cool, wie plötzlich Wasser und Dampf aus dem Boden schießt, wenn die Erdkruste dem Druck der (durch das unterhalb liegende Magma) erhitzten Wassermoleküle nicht mehr Stand halten kann. Alle paar Minuten speit der Boden, wie der Bayer so schön sagt. Überall brodelt es und Wasser rinnt über das gesamte Gelände. Wem kalt ist (und es ist saukalt dort) der wärmt seine Hände einfach über den vielen kleinen Quellen.

Ich war leider noch nicht im schwarzen Meer, hab aber viel interessantes darüber gehört. Etwa, dass man hier 100 prozentigen, positiven Auftrieb hat und daher Zeitung an der Wasseroberfläche lesen kann, ohne sie nass zu machen. “Verrückt”, dachte ich immer. Hier in der Atacamawüste kann man den selben Effekt beobachten und vor Allem am eigenen Leib spüren. Eine Zeitung hatte ich nun leider nicht dabei, aber es ging auch so: so sehr ich mich auch bemüht habe abzutauchen, der Dichteunterschied zwischen Wasser und meinem Körper macht es mir unmöglich! Und der Salzgehalt trocknet praktischer Weise auch noch Wunden aus, sodass meine Hand (kaum schmerzend) auch noch davon profitierte.

Nachts geht es auf die Sternwarte, die im Wesentlichen aus zwei größeren Reflektorteleskopen auf einer Dachterasse besteht, aber nicht minder beeindruckt. Dafür sorgt zum einen der schwedische Guide, der verständlich und geduldig einen super interessanten Anfängerkurs in Astronomie (und etwas Astrophysik) gibt. Zum anderen sieht man die Milchstraße und ihre Bewohner in so erschreckender Schärfe, dass man meint man ist persönlich an Board der Voyager (Star Trek reference) und fliegt einmal quer durch. Sogar die Magellansche Wolke ist mit dem bloßen Auge zu sehen! Mir ist schon klar, dass das jetzt hier niemandem die Kinnlade runterklappen lässt – lasst euch einfach gesagt sein, dass das selten zu sehen ist.

Weil sich Chile ja elend langzieht, und zwischen San Pedro und Santiago eigentlich nichts zu sehen ist, musste ich mir einen Flug besorgen. Schwupps bin ich plötzlich in der Haupstadt und Schwupps: wieder im besagten Bus auf dem Weg zu Sönke und Alina, mein Patenkind Dari besuchen. Sönke ist nämlich hier aufgewachsen und zufällig auch da – wie praktisch (und schön). Im riesigen und rustikalen Landhaus am Stadtrand essen wir und genießen die frische Luft. Mein Ausflug nach Valparaiso, an der Küste, kennzeichnet das nächste Highlight: zwei Tage in Mitten von wunderschönen, bunten Holzhäusern, mit erhobenem Blick auf das Meer, tollem Essen und kurzweiligen Museentouren. Valparaiso (und das nahegelegene Piña) ist wahnsinnig schön und darf wirklich bei keinem Trip nach Santiago fehlen! Außerdem hab ich endlich “300 Rise of an Empire” gesehen, war in ein paar Museen, mehrfach Feiern, hab eine weitere Free Walking Tour mitgemacht und eigentlich alles Wichtige gesehen.

Topstadt, dieses Santiago. Bisher sicher die mit Abstand modernste Stadt Südamerikas. Hier kann man ruhig auch Mal einige Zeit leben. Wenn nicht permanent irgendwelche Leute quasi vor meiner Nase beraubt und beklaut werden würden (ernsthaft. Also vor meiner Nase…).

Heute geht es weiter nach Iguazu. Ick freu mir wie’n Schneekönig!

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