Ich, der Pferdeflüsterer

Bevor ich anfange euch mit meinem Alltag hier zu langweilen möchte ich folgendes loswerden: ich war bisher noch nie in einem Land, indem die Menschen freundlicher, höflicher und authentisch glücklicher waren als in Guatemala. Wohin man auch blickt, die Leute hier strahlen ungefragt und (aus unserer Sicht) grundlos einfach in der Gegend rum. Und das permanent. Ich sehe überall lächelnde Familien und so unzählig viele Kinder, dass man sich wirklich fragen kann wo hier eigentlich das nächste Nest ist (nein, das ist keine Selektive Wahrnehmung, ich bin noch ein bisschen davon entfernt selbst daran zu denken…). Man sieht auch so gut wie nie schwangere Mütter – die ruhen sich wahrscheinlich brav zuhause aus, während die Väter sich um alles kümmern. Traue ich den Männern hier wirklich zu.

Glückliche Pärchen, glückliche Familien, glückliche Kinder. Natürlich versucht man da Zusammenhänge herzustellen. Liegt es vielleicht am Ende doch an der von uns verhätschelten und belächelten Religion, die hier sehr streng und nachhaltig praktiziert wird? Kann es etwa sein, dass sie tatsächlich dafür sorgt, dass die Menschen hier glücklicher sind als beispielsweise in Deutschland? Daran, dass sie hier nicht nach Globalisierung streben und trotz Armut dennoch in Demut und Respekt leben? Wieso wird hier nicht dauernd geschimpft und gemeckert und Trübsal geblasen? Liegt es am Wetter oder der Natur? Keine Ahnung, ich halte es jetzt einfach mal fest und pauschalisiere hier bewusst – mir sind noch keine Ausnahmen begegnet. 10 Punkte für Menschlichkeit gehen jedenfalls nach Guatemala. Ich habe dafür auch noch etliche Beispiele, aber ich bin jetzt zu faul.

Nun zu den weniger wichtigen Dingen. Ich war heute reiten, mehr dazu im Video. Außerdem: gestern ging im Zoola-Hostel die Post ab und es wurde Acid aufgelegt – hab ich auch lange nicht mehr gehört. Für alle die nicht wissen was das ist: Acid ist im Wesentlichen eine Mischung aus Drum’n’Bass und Techno, nur weicher und vllt. etwas melodischer. Ganz großes Kino. Zumindest die Stimmung war in der Tat episch und ausgelassen. Ich glaube ich habe aber niemanden gesehen, der nüchtern und/oder nicht auf Spacebrownies war. Halluzinogene sind hier sehr en Vogue. Die passenden Hippie-Outfits sieht man hier natürlich auch.

Der Atitlan-See ist übrigens sehr hübsch, allerdings würde ich vom Schwimmen abraten (sehr schmutzig). Was schade ist, weil man hier prima seine Padi-Specialty “Altitude-diving” machen könnte. In den letzten 40 Jahren ist der Wasserpegel um 200 Meter angestiegen. Ziemlich blöd für die vielen reichen Amis und Italiener, die hier wie die Gönner ankommen und ufernah bauen, als wäre es schon immer ihr Territorium gewesen und fruchtbares Ackerland zerstören. Und das, obwohl selbst die Mayas schon wussten, dass der tropische Regen den See rasch ansteigen lässt. Sie haben daher damals ihre Dörfer sehr hoch gebaut. Jetzt stehen alle schönen Villen unter Wasser. Schade.

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4 Comments

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  1. hehe, sehr gut! Bitte weiter so machen!!!
    Liebe Grüße,
    Clemens

  2. wooly (o.ä.) sieht eher aus wie ein esel. hauptsache du hast die horse approach schuhe zum einsatz gebracht 😀 ich hoffe außerdem, dass du ganz kurz abgeworfen wurdest hihihi

  3. Trop drôle ta vidéo sur Wuly!!! Tu m’as fait trop rire!!! Tu es bien arrivé à san pedro? J’espère que la suite du voyage se passe bien. Envoie moi un petit coucou sur whatsapp. Missing you. Love

  4. du auf nem pferd! das hätt ich mir jetzt nicht gedacht! sehr schön

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