Eh! Du kommscht hier net rein!

Wo war ich stehengeblieben? Achso ja, rund 17 Kilometer vor Lanquin. Die Fahrt im ausnahmsweise Mal kompfortablen Shuttlebus war ein wahres Fest für die Sinne (entlang der zerklüfteten, grünen Karstlandschaft, die streckenweise mit einem mystischen Schleier aus Nebel bedeckt ist), fand jedoch ein jähes Ende: die Kleinstadt Lanquin mitten im Gebirge findet die Strompreise zu hoch und protestiert lautstark dagegen, indem sie die einzige Zufahrtsstraße blockiert. Zwischen der Weiterfahrt und uns steht daher der etwa 150 Mann starke Pöbel inkl. rund 100 Macheten sowie 30 Handfeuerwaffen. Und er entwickelt eine etwas unangenehme Eigendynamik als pötzlich jemand von einer Anhöhe Parolen in die Menge schreit um sie anzufeuern.
Es wird bald dunkel und es dauert etwa eine Stunde, bis unser Busfahrer ausreichend Cochones aufbringt um uns 13 Passagiere zu Fuß durch die Menge zu bringen (auf der anderen Seite der Blockade wartet ein Truck auf uns). Ein bisschen wie in Argo fühle ich mich jetzt, nur den Augenkontakt vermeiden und einfach durch. Es klappt: keiner wird angehalten oder verletzt und aus der uns inzwischen abgewandten Meute schauen nur vereinzelt ein paar Gestalten doof aus der Wäsche.
Der Truck sammelt uns auf, es ist inzwischen Nacht und wir atmen auf. Nur noch 30 Minuten die Serpentinen entlang und unserer Ruhepol, das El Retiro Hostel, empfängt uns freundlich. Nur halt ohne Strom. Den haben sie natürlich inzwischen abgedreht.

Das Hostel liegt direkt am Fluß, die Dorms und Private Rooms sind charmant am Fuße des Hügels situiert – hier kommt absolut paradisische Stimmung auf. Nachts wird das Rauschen des Wassers nur duch ein paar Katzen und Hunde gestört, die hier herrenlos wie Sand am Meer (und chronisch unterernährt) rumlaufen und um Essen miauen und winseln. Glücksrad, Reise nach Jerusalem, Livemusik, Cups oder Beer Pong sorgen Abends für Stimmung und für 50 Quetzales gibt es Zutritt zum Allyoucaneat-Buffet.

Das Highlight der Stadt ist dabei eigentlich das immertürkise Semuc Chempey – ich hatte auch keine Ahnung, was das ist: es sind stufenförmig angeordnete Wasserbecken, die ein bisschen an die türkischen Pamukkale erinnern. Die unbequeme Tagestour dorthin (siehe Video) startet mit einer actionreichen Erkundung der lokalen Tropfsteinhöhlen (ziemlich starker Appetizer), führt zum Tubing über einen weiteren Fluss, zur Hauptspeise in den besagten Wasserbecken. Dazwischen wird immer mal wieder etwas gewandert. Und die örtliche Wirtschaft kann man auch noch unterstützen, indem man den jungen Schokoladenmädels selbstgemachte Schokolade abkauft (Dessert). Die wird hier nämlich angebaut und Choko-Bäume stehen eigentlich praktisch überall rum. Klar, dass ich hier zum Frühstück Schoko-Crèpes bestelle…

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