Beliz(e)imma!

Ich melde: es geht aufwärts! Nachdem sich meine mittelschwere Mittelohrentzündig auf einen mittelschmerzhaften Pegel zurückentwickelt hat, bin ich heute wieder Einsatzbereit und gehe Tauchen. Auch ein klärendes Gespräch mit der superfreundlichen Servicehotline von GoPro lief erfreulich, sodass ich für meine Actioncam meine Garantie einlösen kann. Achso ja und: ich bin in Belize! Bis dato sicher einer der coolsten und schönsten Plätze aller Zeiten. Genauer genommen bin ich vorgestern auf einer kleinen Insel vor Belize angekommen, Caye Caulker. Wir sind hier karibisch, und das nicht nur mit Hinblick auf Wetter und Flora+Fauna. Die Landessprache ist Englisch, bzw. klassisches “Hey Mahn, you nehd som’ Ganja?”. Jamaikanisch quasi. Belize City selbst ist höchstgefährlich, deswegen empfiehlt es sich direkt einen großen Bogen um die Stadt zu machen und gleich die Keys aufzusuchen. Hier verliebt man sich auf der Stelle in die bunt bemalten Holzhäuser, den puristischen Naturstrand und das mehr oder minder von Massentourismus verschont gebliebene Erscheinungsbild der Inseln. Glasklares Wasser, artenreiche Fischvielfalt und das zweitgrößte Riff der Welt locken Taucher und Schnorchler nach Caye und Umgebung. Doch dazu später mehr.

Zuerstmal möchte ich sagen: Backpacken ist einfach der Wahnsinn. Der Umgang mit wildfremden Menschen, die man im Bus, im Boot oder in Bars kennenlernt sucht Seinesgleichen. Alle sind offen, nett, aufgeschlossen und sind interessiert an anderen Kulturen und den Geschichten, die sich hinter den Menschen verbergen. Der Niederländer mitdem ich hier inzwischen abhänge hat eine ähnliche Route angepeilt und wir sind daher gemeinsam untwegs. Unser Hostel ist sogesehen gar keins, eher ein günstiges Hotel. Das bedeutet, wenig Action abends, keinen Gemeinschaftsraum, kein besonderes optionales Programm (das bekommt man aber eh überall). Dafür kein Gemeinschaftsbad, keine beißenden Bedbugs und keine Kakalaken. Und Meerblick. Und Wifi im Doppelzimmer. Für 25 US Dollar die Nacht ein absolutes Schnäppchen. Und da ich ja eh nicht so der Partytyp bin passts ja.
So günstig man auch hier eine Unterkunft bekommt, so teuer sind leider Lebensmittel und Speisen. Viele Backpacker ziehen daher schnell weiter und lassen die Inseln hinter sich.
In manchen Hostels, wie dem Dirty McNasty, bekommt man Paddel für ein Kanu gratis, sodass wir uns gestern mit neuseeländischen Mädels zusammengetan haben, die dort untergebracht sind. Zusammen haben wir dann die absolut verlassene Nordinsel vor Caye Caulker erkundet und wurden von fliegenden Fischen überrascht. Fast so wie bei “Life of Pi” – nur noch krasser.

In den Straßen hier herrscht ein permanenter Weedgeruch vor, die Menschen (vor allem die Männer) führen oft Selbstgespräche, fluchen, schreien und reden sehr laut, haben schlechte Zähne oder oft gar keine und wirken ein bisschen so, als müsste man sie vielleicht doch mal einweisen. In die Klapse. Nur sicherheitshalber. Der Dialekt ist sehr speziell und nicht immer klar verständlich. Teer oder Pflastersteine gibt es hier nicht, nur Schlaglöcher. Man bewegt sich aber ökologisch vor: In Golfcarts. Ab und zu wird auch mal geradelt. Kulinarisch wird einiges geboten, ich mache natürlich einen großen Umweg um die Fischrestaurants zu meiden, die mit Meeresfrüchten aufwarten. Aber zurück zum Thema Meer: hatte heute meinen ersten Tauchtag hier und bin immer noch sprachlos: ich springe also als Erster in voller Montur ins Wasser, ziehe die Maske auf und vom Boot aus schreien die Leute, ich soll Mal unter mich schauen. Voll harmlos, nur der erste (von vielen!) Haien, der mir etwa ein Meter unter den Flossen die eigene Flosse zukehrt. Die Riffstruktur erinnert an die Gräben von Verdun im ersten Weltkrieg (oder für alle Sci-Fi-Fans mit schlechten Geschichtskenntnissen: an Episode 5, als Luke mit seinem X-Wing den Verteidigungsgraben des Todessterns durchfliegt) und lädt zum Erkunden ein. Man sieht immer mal wieder harmlose Haie, Rochen und… kopulierende Delphine! Unglaublich, direkt über meinem Kopf gehen zwei dieser faszinierenden und schönen Tiere ihren sexuellen Trieben nach, während zwei andere Delphine und sechs Taucher ihren voyeuristischen Trieben folgen. Videos vorhanden (sind schon auf http://www.ichmagtierpornos.de)! Ein absolutes Taucherparadies, so viel steht fest. In der Pause, zwischen den Tauchgängen, stand übrigens St. Pedro, eine benachbarte Insel, auf dem Programm. Hier säumen zahllose Golfcarts die gepflasterten Straßen und man kann fast von einer echten Stadt sprechen. Massivere Betonbauten fallen auf – zumindest im Vergleich zu den Holzhütten und Verschlägen der Insel Caye. So, genug für heute.

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