Cool story bro

Es wird langsam. Was wird langsam fragt ihr? Ich bin froh, dass ihr das fragt. Den Schalter umzulegen, zu verstehen, wo man sich eigentlich gerade befindet, mit welchen Leuten man sich hier umgibt, welche Tragweite so ein Trip hat – das ist nichts, das Einem so ohne Weiteres einfach so gelingt. Ich hatte ein paar Wochen Zeit um mich mental darauf einzustellen, dass ich nun insgesamt (inklusive meinen Masterplänen in Melbourne) zweieinhalb Jahre weg sein werde. Das zu verarbeiten fällt einem hier gleichermaßen einfach und schwer. Einfach, weil man sich schnell ablenken lässt, von all den Eindrücken. Schwer, weil man vor lauter Eindrücken gar nicht dazu kommt, das alles zu realisieren. Und dann wäre da noch die Umstellung auf das Leben als Backpacker: Jeden Tag trudeln neue Gesichter hier im Hostel ein, man lernt praktisch permanent neue Menschen kennen. Auch als geschulter Socializer wie ich ja bekanntlich einer bin, ist es nicht leicht sich an die Namen zu erinnern. Also nehme ich Notizen und spicke, wenn ich mal wieder einen Namen vergesse. Was praktisch ebenso permanent passiert. Auch die Gruppendynamik hier ist super interessant: es gibt Alphamänner, die offensichtlich schon länger im Hostel sind und ein gewisses Maß an Kontrolle und Wissen ausstrahlen. An die hält man sich besser, sie sind Dreh und Angelpunkt für jedes neue Gespräch mit Neuankömmlingen. Quasi die cool Kids. Und schnell ist man eines von ihnen, wenn man nicht eh schon eines war. Allerdings sollte ich sagen, dass eigentlich so ziemlich jeder Mensch im Hostel (sehr allgemein gesprochen) ziemlich cool ist. Jeder hat hier faszinierende Geschichten auf Lager – meistens hat es was damit zu tun, dass sie ihren Job leid waren und die Welt entdecken wollten. Irgendwas pathetisches halt… Die alte Leier. Jedenfalls kann man von jedem noch interessante Geschichten erfahren und sich zumindest inspirieren lassen.

Ich hänge die letzte Zeit viel mit Evrain rum, mit dem ich mich sehr gut verstehe. Der Israeli erzählt mir viel von Zuhause und hat auch die ein oder andere verrückte Gutenachtgeschichte in Petto. Wir werden die nächsten Tage nach Tulum fahren, von dort aus nach Chetumal und dann nach Belize. Ich habe hier noch 30 Tage, das heißt ich werde über Guatelama zurück nach Mexiko fahren. Die Route trage ich bei Gelegenheit mal ein.

Was sonst so? Die Halloweenparty war recht interessant, hier dreht sich ja auch schon ohne Halloween vieles um den Tod. So findet man eigentlich an jedem Souvenirstand irgendwelche bemalten Schädel, der Tag des Todes (morgen) wird auch entsprechen morbid gefeiert. Apropos. Kurz in die Männerrude gesprochen: die Mexikanerinnen hier sind eher unspektakulär, falls ihr euch das gefragt habt. (Die Hübschen kommen fast ausnahmslos aus Guadalajara, aus dem Norden.) Und sie quetschen sich ganz gerne in enge Kleider, auch wenn sie eher, sagen wir mal, üppigeres Basismaterial darunter verbergen. Playa del Carmen ist außerdem musikalisch ein bisschen bei David Guetta hängen geblieben. Also eigentlich spielen sie Kiss FM. (Robert, du würdest es lieben.) Ich tue mich vor allem deswegen schwer damit, weil es so wahnsinnig, wahnsinnig laut ist, und sich alle heftig mit hohen Dezibelniveaus überbieten. Ich werde wohl alt. Und sonst? Nix. Over and out.

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