The eagle has landed

Da isser! Ich freue mich nach jeder Landung meinen Rucksack wieder zu sehen. Vor allem, wenn sich mein ganzes Leben darin befindet. Bin mit einem sehr freundlichen Mexikaner-Dude, den ich an Board kennengelernt habe, mit dem Taxi nach Cancun gefahren. Weil er nur eine Nacht bleibt, sich etwas auskennt und spanisch spricht beschließen wir im selben Hotel einzukehren. Wir essen abends standesgemäß mexikanisch und beobachten eine Gruppe Mädels, die tanzend auf Straße einen auf “ich tanze also bin ich” machen. Platzregen macht die Szene dramatisch, unser bedachter Mexikaner (in Worten: das Restsurant hat ein Dach) schützt immerhin meine Fajitas. Alejandro (55), eher nicht so wirklich attraktiv, erzählt mir am Tisch von seiner ukrainischen Freundin (25), ziemlich, ziemlich attraktiv. Ich freue mich für ihn, denke mir “wtf!?” und wir schweigen uns ein bisschen an. Still isser nämlich, dieser Alejandro, und irgendwie scheint er den tanzenden 19-jährigen Mexikanerinnen mehr Aufmerksamkeit zu schenken als mir/ich. Ich trinke mein Corona und wir laufen am berühmten Coco Bongo vorbei, Richtung Hotel. Habe Chitchen Itza gebucht und muss früh aufstehen. Am Morgen gehen wir getrennte Wege. Hatte mir irgendwie ein paar mehr Insights erhofft, aber die Sprachbarriere macht es nicht ganz einfach. Notiz an mich selbst: ich muss spanisch lernen.

Alleine zu reisen und nicht zu planen, wo man am nächsten Tag so schläft, hat einfach was, da kann man sagen was man will. Nach meiner ersten Begegnung mit Alejandro schon im Flugzeug, schließt der zweite Tag (inklusive der zweiten Nacht) nahtlos an meine glücklichen/spannenden/verrückten Erfahrungen meiner letzten Rucksackreise an: ich bin früh aufgestanden, Chichen Itza stand auf dem Programm. Eine unglaublich faszinierende Hochkultur, diese Maya – die Jungs und Mädels kannten zum Beispiel schon Basketball und haben im 7on7 Bälle durch vertikal angebrachte Ringe befördert (allerdings mit dem Fuß). Und um das ganze besonders aufregend zu halten bezahlte das Verliererteam eine Niederlage mit seinem Leben. Mit weiteren kulturellen Details will ich euch jetzt aber nicht langweilen, dafür könnt ihr ja Wikipedia bemühen.
Mein roter Faden war ja eigentlich woanders: als vor Ort mal wieder der Blitzregen einsetzt (Mexiko will mir den Einstieg möglichst einfach machen und zeigt sich von seiner frisch-nassen Seite), stelle ich mich neben einer Mayaruine unter eine kleine Behausung und treffe Melissa und Marc. Die zwei Amerikaner reisen zusammen und sind mittleren Alters (40, 42), aber, das merkt man schnell, sehr jung geblieben. Wir sind sofort auf einer Wellenlänge und es dauert nicht lang, da trudelt die Einladung ein, ich könne, wenn ich wollte, doch mit ihnen zurück nach Cancun, sie hätten ein Auto gemietet – was mir dann doch etwas lieber ist als der Tourbus. Und außerdem wohnen sie in einem All-Inclusive-Resort. Und überhaupt, ich könnte da auch schlafen, wenn ich wollte. Aber ich solle keine Angst haben, “no weird sex stuff”. Das genügt mir, ich muss mir also keine Sorgen machen. Als sie auch noch den 24/7-Bestell-Zimmerservice erwähnen ist die Sache für mich längst klar: Whirlpool im Zimmer und All you can eat? Sorry, aber da muss ich nicht lange überlegen und wäge auch nicht die Risiken auf. Zumal Melissa selbst jahrelang Backpackerin war, ihre tollen Erfahrungen weitergeben möchte und mir daher vertrauensseelig genug vorkommt. Vor Marc hätte ich vllt. eher Angst haben sollen: wie sich beim Frühstückstisch rausstellt, ist er scheinbar von der anderen Seite der Yucatan-Halbinsel. Die Nacht verläuft wie erwartet, wir haben einen haufen Spaß, betrinken uns relativ Hemmunglos, bestellen für ca. 40 Personen nach Mitternacht essen, und chillen im 38 Grad heißem Wasser mit Blick auf das Meer. Das Reinschmuggeln war übrigens relativ unkompliziert (wenn auch wahnsinnig nervenaufreibend in seiner mentalen Vorbereitung) und auch die Fahrt zurück wird nicht in Vergessenheit geraten. Aber das meine Freunde, ist eine andere Geschichte… Heute geht’s nun endlich nach Playa del Carmen, wo ich mich aufs Zenotentauchen freuen kann. Mal sehen wo ich heute nacht so schlafe.

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