Es geht thaiwärts

Abschied nehmen hiess es am Mittwoch Abend fuer mich, als ich von Dubai Airport zu meinem naechsten Stop, genauer Bangkok, aufbrach. Hatte meine Schwester lange nicht mehr so lange am Stueck ganz fuer mich allein gehabt. Ein familiaeres Gesicht in der Ferne zu sehen war klasse und ein vereinfacht den Einstieg in ein solches fuenfmonatiges Abenteuer – zumal sie mir als Ortskundige natuerlich dutzende von Plaetzen zeigen konnte, die ich als Tourist so niemals entdeckt, und auch nicht gesucht haette. Da mein Flieger um 22:40 gehen sollte, konnte ich den Flughafen Dubai erstmals in seiner vollen chaotischen Pracht kennenlernen. Ich versuche das moeglichst kurz und schmerzlos zu beschreiben: es ist ein Spiessroutenlauf, der mich vorbei am ersten Security-Check, zur Gepaeckabgabe durch den zweiten Security-Check, weiter zum Dutyfree-Bereich und anschliessenden dritten Security-Check fueuhrte. Unzaellige schlafende Passagiere, natuerlich fast ausschliesslich Pakistanis, pflasterten meinen Weg zum Check-In-Terminal, als warteten die Leute hier auf bessere Zeiten. Kann ja nicht sein, dass die alle mehrere Tage auf ihren Flug warten muessen… Da ich von Thailand eigentlich ueberhaupt nichts weiss, dachte ich mir, es waere vielleicht mal eine gute Idee noch schnell einen Lonely Planet zu kaufen. Kann ja nicht schaden, schliesslich wusste ich ehrlich gesagt bis dato nicht mal genau, wie dieses komische Thailand ueberhaupt aussehen soll. Und wo liegt das ueberhaupt? Ein Land, das ich eigentlich als Notnagel ausgewaehlt habe und dem ich ohne Erwartungen engegensehe. Aber ich gebe dem Land jetzt einfach mal eine Chance, hab ich mir gedacht. Mit zufriedenem Gesichtsausdruck und einem etwas erleichtertem Gewissen (da ich mich nun wenigstens ein bisschen vorbereiten kann) hab ich mir noch schnell ein Maxi Bigmac-Menue mit Cola zum hier essen bestellt und bin in den Flieger gestiegen. Hier hatte ich wieder Glueck: ebenso wie auf dem Hinflug, hatte ich dank den Deluxe-Plaetzen direkt neben dem Notausstieg angenehme Beinfreiheit. Und keine laestigen Sitznachbarn!

Am Mittwoch habe ich kurzer Hand noch schnell beschlossen, mich mit Basti und seiner Freundin (soll hier kleine suesse Maus dazuschreiben, sonst gibts Haue) Andrea in Verbindung zu setzen. Die beiden sind momentan ebenfalls in Thailand und ich dachte mir, es waere vielleicht ganz lustig die dort zu treffen. Bin also planlos in Bangkok gelandet und habe mich nach einem Anschlussflug erkundigt, der mich nach Ko Samui bringen sollte. Weil das natuerlich alles ziemlich spontan war, konnte ich das Gepaeck nicht direkt in den Anschlussflug weiterverfrachten lassen und musste demnach die ganze Flughafenprozedur nochmal durchmachen (und bekam einen Flug, der rund 30 Minuten nach meiner Landung gehen sollte – wenn ich jetzt sagen wuede das verlief stressfrei, wuerde ich sehr luegen – aber der Flug hatte dann doch etwas Verspaetung). Wie auch immer, Thailand ist offenbar sehr beliebt bei Deutschen, Dutzende warteten gemeinsam mit mir am Gate. In Ko Samui angekommen, habe bin ich erstmal am falschen Treffpunk am anderen Ende der Insel gelandet (die Namen hier klingen alle so aehnlich, achtung Verwechslungsgefahr!). Schon irgendwie merkwuerdig, die beiden hier so zu treffen. Als waeren wir in Deutschland und wuerden uns im Biergarten verabreden. Die beiden haetten ihr etwas abgelegenes Hotel gerne gegen ein etwas Belebteres eingetauscht, weswegen wir uns erst einmal einen Ueberblick verschaffen wollten und diverse Angebote vor Ort aufsuchten. Ich mit meinem riesigen Rucksack (der merkwuerdiger Weise ploetzlich drei Kilo schwerer war, als in Muenchen, obwohl ich wirklich nichts gekauft hab!), eine schweisstreibende Angelegenheit bei diesen feuchtheissen Temperaturen. Weil die Hotels alle mehr oder weniger uninteressant waren, haben wir entschieden einfach im Centara Villas zu bleiben, das aktuelle Hotel von Basti und Freundin im Sueden der Insel. Eine wirklich sehr schoene Anlage, aber eher fuer Honeymooners und Paerchen zu empfehlen. Haben uns am selben Tag noch nen Roller gemietet (man wirds kaum glauben, aber tatsaechlich mein erstes Mal auf so einem Ding! Koennte den ganzen Tag rumcruisen… Aber nicht, dass die hier nach irgend einem Fueherschein oder sowas gefragt haetten. Nur der Verkehr ist ziemlich Lebensgefaehrlich, schlimmer als in Dubai. Helme sehen mir aber zu uncool aus!) und uns fuer einen Open Water Tauchkurs angemeldet. Den Hotelaufenthalt zu verlaengern, und mich ohne Reservierung unterzubringen, war uebrigens eine Story fuer sich. Wuede aber jeden Rahmen sprengen, deswegen verschone ich euch mit der Geschichte. Gleich am ersten Abend der naechste Bummer: 3500 Baht fuer drei Personen im “The Cliff” fuer ein zugegeben sehr, sehr edles und leckeres Essen. Das sind dennoch rund 27 Euro. Teurer Spass. Da waren die 30 Baht (60 Cent) fuer das Mittagessen heute das reinste Vergnuegen – die Mahlzeit war noch dazu ueberaus lecker! Und ihr wisst ja, wie empfindlich in dieser Hinsicht bin. Man weiss zwar nie, wie es in so einer Hinterhofkueche aussieht, aber das Risiko muss man hier eingehen. Man muss eben wissen, wo man essen geht. Keine kulinarischen Experimente hab ich mir uebrigens vorgenommen. Heute war der theoretische Teil meiner Tauchausbildung. Und es wird nur einen geben, von 9 bis 16 Uhr. Nach einem weiteren Tag Praxistauchen im Pool und zwei weiteren Tauchgaengen naechsten Montag und Dienstag winkt ein original PADI-Tauchschein! Wer braucht schon eine umfassende Tauchausbildung, ist doch kinderleicht! Also theoretisch… Ob ich morgen absaufe, ueber den Haufen gefahren werde, oder mich Montesumas Rache zur Strecke bringt, erfahrt ihr dann ueber den Basti. Ich bin ja dann schliesslich nicht mehr da. Stay tuned!

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